tanz auf dem vulkan

zeitschrift in der krise

Archiv für den Monat “Mai, 2012”

Zeitschrift digital da

Wegen dem hohen Interesse an unserer Zeitschrift haben wir jetzt erstmal den Inhalt der Zeitschrift, also alle Artikel außer den Umschlag, zum Download als pdf bereit gestellt. Das Dokument ist in der Rubrik „Inhalt“ abrufbar.

Wir möchten jedoch darauf hinweisen, dass sich in diese Version, die mit der ausgedruckten, die wir verteilt haben, identisch ist, zahlreiche Fehler eingeschlichen haben. Manche fallen auf, andere nicht. Wir werden daher von den meisten Artikeln korrigierte Versionen in den nächsten Wochen auf dieser website bereit stellen.

Advertisements

Zeitschrift digital

Hallo,

da wir alle über die „Blockupy“-Aktion mit dem Verteilen der Zeitschrift beschäftigt waren, haben wir es bisher leider nicht hingekriegt, eine digitale Version der Zeitschrift hier online zu stellen. Diese folgt aber für alle Interessierten in Kürze.

Die Redaktion

Ignatius Tremor: „Postsozialismus“

Das letzte der fehlenden Gedichte. Der im Umkreis von Frankfurt lebende Dichter Ignatius Tremor ist per E-Mail direkt zu kontaktieren via

ignatius.tremor [at] googlemail.com

***

Postsozialismus

Eines Morgens, irgendwo im Osten:

Träge und fett geht die Sonne auf,

dampfende Felder, voll Strommasten und Ruinen,

stützen ihre Strahlen bis zum Mittag –

dann sehen wir weiter.

„Denn zuerst, meine Brüder und Schwestern,

wollen wir ruhig sein. Keine Plackerei!“

Rufe ich über den Dorfplatz.

Denn auch Marx war Ästhet, nicht Asket,

vor einer Ewigkeit.

Amen.

Ignatius Tremor: „Mittags, halb 3 „

Hier nun das erste der beiden fehlenden Gedichte von Ignatius Tremor:

***


Mittags, halb 3

Staubstürme wüten mittags in den Straßen,

sie wirbeln welke Blätter, kleine Kinder, Altpapier.

Die Sonne blitzt mit träger Herbstesmasse auf der Menschen Angesichter –

gerötet, wie sie sind. Der Druck der Zivilisation, er lastet schwer.

 

Verwirrte Greise sitzen auf der Bank und reden,

allein mit ihren Augen schweigen sie:

Von einem grauen, angefüllten, suchtdurchsetzten Arbeitsleben,

das dort begann, hier endete es nie.

 

Und über all den Menschen in den Straßen,

in den Fabriken, unterm Staub des letzten Mittagssturms,

spannt sich ein blauer Himmel, ein Versprechen ohne Maßen,

unmerkliche Präsenz der fast vergessnen Utopie.

 


						
					

Pjotr G. Distelkranz: „Variationen über das Wort ‚Krise‘ „

Auch den besten passieren Fehler. So fehlen in dem gedruckten Heft drei Gedichte von Pjotr G. Distelkranz und Ignatius Tremor, die ursprünglich in das Heft rein sollten, beim hektischen Endlayout jedoch unter den Tisch fielen. Sie sollen nun zumindest auf der website veröffentlicht werden. Den Beginn macht Pjotr G. Distelkranz‘ speziell für die Zeitschrift produzierte Arbeit Variationen über das Wort „Krise.

Die Redaktion wünscht eine gleichermaßen unterhalt- und lehrsame Lektüre.

***

Variationen über das Wort „Krise“

Oh Liese,

wie hab’ ich diese

globale Finanzmarktkrise

satt.

Auf den Devisen-

märkten steigen die Miesen

riesen-

haft.

Und die Menschen,

speziell die Griechen

siechen.

Doch auf den Wiesen

die Primeln

sprießen,

Fortunen Blüten vergießen

auch in dieser

tristen

Stadt.

Wüssten doch die fiesen

miesen

Krisen-

macher um die sieben

Tore und das siebte

Siegel

aus Achat.

Wären dann die Fliesen

zum bespiegelnden

bespielen

nicht

so hart?

Wie könnt’ ich diesen

Lauf auf Spießen

nur je genießen?

Sag!

Darum laute die Devise:

„Krise“

kommt von „kiesen“!

Krieche,

fließe

oder fliehe,

jedenfalls: siehe,

die Krise

findet

statt.

Ich begrüße

sie beflissen,

doch ohne Liebe,

matt,

statt-

dessen begieße

ich die Sitze

des Krisen-

tums mit Diesel

und brennendem Phosphat.

13.5., 18 Uhr: Releaseveranstaltung im KOZ

Was? Release-Veranstaltung der Zeitschrift „Tanz auf dem Vulkan – Zeitschrift in der Krise“

Wann? So, 13.5., 18 Uhr

Wo? KOZ (Studierendencafé Campus Bockenheim)

Viele Menschen in Deutschland wissen mehr, als die Medien zu verschleiern versuchen: Alles deutet darauf hin, dass wir in folgenschweren Zeiten leben. Wir durchleben die größte Krise des Kapitalismus seit 1929. Und bisher haben diese im Kapitalismus im Abstand von etwa 60-80 Jahren ausbrechenden Weltwirtschaftskrisen – deren untrüglicher Vorbote ein sich grenzenlos aufblähender Finanzsektor ist – immer zu enormen gesellschaftlichen Umwälzungen und Katastrophen geführt.“

Diese Umwälzungen gilt es nicht passiv hinzunehmen, sondern als Chance für eine Veränderung in eine Richtung einer Gesellschaft zu begreifen, die nicht mehr auf der Profitlogik basiert, in der die Menschen nicht mehr dem blinden Wechsel von Wachstum und Krise ausgeliefert sind, sondern „deren Ziel es ist, dass alle Menschen gleichermaßen ihr Leben selbst bestimmen können. Aber um die Möglichkeit zur Gestaltung gesellschaftlicher Prozesse zu haben, müssen die gesellschaftlichen Dynamiken auch verstanden werden.“ Deshalb haben wir die Zeitschrift Tanz auf dem Vulkan – Zeitschrift in der Krise produziert. Am 13.5. werden wir im KOZ unsere Zeitschrift vorstellen. Einige Autor_innen werden ihre Artikel präsentieren und es wird Gelegenheit zur Diskussion geben.

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen!

Die Redaktion.

Kontakt: krisenzeitschrift@ymail.com

Website: https://tanzaufdemvulkan.wordpress.com

Die Zeitschrift wird an vielen bekannten linken Zentren in der Rhein-Main-Region kostenlos zu erhalten sein, insbesondere während der Blockupy-Tage.

Programm

Gedichte
Pjotr G. Distelkranz

Darstellung und Politik unseres Zeitschriftenprojekts
Die Redaktion

EZB blockieren ohne Illusionen!
Kritische Anmerkungen zur Blockupy und Perspektiven des Widerstands gegen die Krisenpolitik

Volkhard Mosler

Schauspiel Frankfurt
Eine Stadt am Pulsschlag des postmodernen Finanzkapitals
Thiel Schweiger

Zur Strategie des Studierendenprotests in der gegenwärtigen Krise des Kapitals
Emanuel Kapfinger

Veranstaltet in Kooperation mit dem AStA der Uni Frankfurt.

Hallo Welt

Nur eine weitere Seite einer linksradikalen Zeitschrift …

In Kürze mit mehr Inhalt und irgendwann auch mit unserer Zeitschrift als pdf. In gedruckter Form wird ab Ende dieser Woche in vielen deutschen Städten, schwerpunktmäßig jedoch im Rhein-Main-Gebiet, kostenlos zu erhalten sein.

Beitragsnavigation